Interface: Die Komplexität des einfachen Zugangs

Seminar, Universität Hildesheim, Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis

Mensch-Maschine-Schnittstellen, die sogenannten Interfaces, sind uns insbesondere als Bildschirmoberflächen von Programmen geläufig, sie umfassen aber jegliche Oberfläche, jegliche Sensorik, Ein- oder Ausgabemöglichkeit von Objekten. Es handelt sich seit der Digitalisierung nicht mehr um klassische Werkzeuge wie Hammer, Schere oder Pinsel, die uns ästhetische Gestaltung ermöglichen, sondern um Soft- und Hardware, die unsere Handlungen in bestimmte Manipulationen am Material übersetzen. Was bedeutet dieser Umstand für ästhetische Praxis? Wie müssen Oberflächen gestaltet sein, um funktional zu sein und um menschliche Kreativität fördern zu können?

Im Rahmen dieses Seminars lernen die Studierenden Grundlagen des Interface-Design kennen und entwickeln gleichzeitig die Kompetenz, sich auf der Basis medientheoretischer Texte kritisch damit auseinanderzusetzen. Darüber hinaus wird diese Reflexion durch die Benutzung und Analyse verschiedener Interfaces von der Heftzwecke über den Bildschirm bis zur multimedialen Installation begleitet und am Material reflektiert.

Zur ersten Sitzung bringen die Studierenden einen Gegenstand mit, den Sie (vollständig oder anteilig) als „Interface“ begreifen und der ihnen persönlich etwas bedeutet. (Handys und Laptops sind dabei ausdrücklich ausgeschlossen, da hier der Interface-Charakter allzu offensichtlich ist).