Interview Kulturpraxis

Für die zweite Ausgabe der „Informationen zur Eignungsprüfung“ des Fachbereichs 2 – Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation – an der Stiftung Universität Hildesheim ist folgendes Interview mit mir entstanden und wurde zusätzlich auf dem Kulturpraxis-Blog veröffentlicht:

Könnten Sie sich den Studierenden vielleicht kurz vorstellen?

Ich bin seit dem Wintersemester 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur. Als Kulturwissenschaftler beschäftige ich mich vorwiegend mit digitalen Medien, Soundstudies und Gamification.

Hildesheim wirbt damit, dass die Verknüpfung aus Theorie und Praxis stark im Fokus stehe, was bedeutet das konkret? Für mich bedeutet das, sich theoretische Konzepte durch praktische Annährungen anzueignen. Im Projektsemester 2016 haben wir beispielsweise verschiedene Apparate wie Radios, CD-Player oder Tonbandgeräte auseinandergenommen und durch diese Formen des Hackings eigentümliche Sounds hervorgerufen. Während der Beschäftigung damit wurden medientheoretische Perspektiven nachvollziehbar. Berücksichtigt man die Theorie dagegen nur wenig, so rücken bestimmte Merkmale kaum ins Bewusstsein oder werden als besonders innovativ erlebt, obwohl sie in den Medienwissenschaften schon lange diskutiert werden.

Wie wichtig ist Ihnen die eigene künstlerische Praxis für die Lehre?

Die künstlerische Praxis ist mir wichtig, tritt aber ein wenig in den Hintergrund, da ich zur Zeit stärker meine wissenschaftliche Weiterqualifikation fokussiere. Die Grenzen verlaufen für mich dabei aber nicht zwangsläufig klar voneinander getrennt.

Sind Sie außerhalb der Universität selbst künstlerisch aktiv? Mit welchen Projekten sind Sie aktuell künstlerisch aktiv?

Seit Langem begleitet mich die Frage inwiefern Medientechnik und insbesondere deren Schnittstellen, Interfaces, Oberflächen die künstlerische Gestaltung beeinflussen. Dies beschäftigt mich bei eigenen Musik- und Medienproduktionen ebenso wie beim Benutzen verschiedener Musikinstrumente.

Sind aktuelle Themen für Ihre Projektarbeit relevant?

Ein aktuelles Thema ist Gamification. In meinen Kursen behandele ich Perspektiven des Spielerischen im Kontext verschiedener Medien wie Videospiele, Musikinstrumente oder Computerprogramme. In meinem Forschungsprojekt beschäftige ich mich unter dem Titel „Gamification of Music“ mit den Möglichkeiten und Einschränkungen von digitaler Musikvermittlung. Den Schwerpunkt bildet dabei ein Videospiel zum Erlernen der E-Gitarre. Aber nicht nur beim Erlernen eines Musikinstruments, auch in Bezug auf Gesundheit oder Fitness und beim Einkauf oder Reisen dient Gamification beispielsweise zur Motivation, Datenerhebung und Kundenbindung und ist hochaktuell.

Was ist für Sie das Besondere am Studium an der Domäne aus Sicht des Dozenten?

Die enge Verzahnung unterschiedlicher Perspektiven an einem einzigen Ort, der viele Begegnungen ermöglicht.

Wie empfinden Sie die Atmosphäre zwischen Studierenden und Dozentinnen und Dozenten?

Ich fühle mich sehr wohl hier. Das liegt unter anderem am Interesse und Engagement der Studierenden und dem guten Miteinander der Kolleginnen und Kollegen.

Gibt es für Sie einen besonderen Ort an der Domäne?

Die Domäne selbst ist ein besonderer Ort, vor allem im Sommer halte ich mich gerne auf der Wiese zwischen den Gebäuden auf und genieße es, den Radweg die Innerste entlang zu nehmen.

Welchen Song verbinden Sie mit dem Lehren und Leben auf der Domäne?

„R U Mine“ von den Arctic Monkeys, diesen Song haben die Teilnehmer_innen meines Seminars wiederholt in einem Videospiel zum Erlernen der E-Gitarre gespielt und er hat uns ein Semester lang quasi dauerhaft begleitet. Außerdem war es für mich prägend, in einer meiner ersten Sitzungen den Song „My Red Hot Car“ von Squarepusher vorzuspielen und damit sehr unterschiedliche Reaktionen hervorzurufen.

Haben Sie selbst einmal eine Eignungsprüfung machen müssen?

Tatsächlich habe ich eine musikalische Eignungsprüfung zu Beginn meines Studiums auf Lehramt an der Leuphana Universität Lüneburg absolviert und bin erst später in die Kulturwissenschaften gewechselt. Ich war sehr aufgeregt, hatte aber auch sehr viel Freude daran, dort vorspielen zu dürfen, die Lehrenden und Studierenden kennenzulernen und einen ersten Eindruck vom Studium zu bekommen.

Haben Sie noch einen Rat für die Bewerberinnen und Bewerber für die Eignungsprüfung?

Seien Sie sich selbst treu und sehen Sie die Prüfung als Chance, sich mitzuteilen und gleichzeitig festzustellen, ob das Studium für Sie die richtige Wahl ist. Bedenken Sie, dass die Zeit begrenzt ist und überlegen Sie im Vorfeld genau, was Sie auf jeden Fall vermitteln möchten.

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